CCEA Journal
Zeitschrift für antisemitismuskritische Bildung
Eine interdisziplinäre wissenschaftliche Open-Access-Zeitschrift des Center for Critical Education on Antisemitism (CCEA) an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
Über das Journal
Das CCEA Journal ist eine interdisziplinäre wissenschaftliche Zeitschrift, die sich der theoretischen, empirischen und praxisreflexiven Auseinandersetzung mit antisemitismuskritischer Bildung widmet. Sie untersucht deren Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen und eröffnet einen Raum für die wissenschaftliche Diskussion ihrer Konzepte, Methoden und gesellschaftlichen Wirkungen.
Ausgangspunkt ist ein Verständnis antisemitismuskritischer Bildung, das über die Vermittlung von Wissen über Antisemitismus hinausgeht. Bildungsprozesse vollziehen sich unter konkreten gesellschaftlichen, institutionellen und pädagogischen Bedingungen. Sie sind geprägt von historischen Erfahrungen, kulturellen Deutungsmustern, sozialen Beziehungen und affektiven Dynamiken. Antisemitismuskritische Bildung muss sich deshalb nicht nur mit ihrem Gegenstand auseinandersetzen, sondern auch die Bedingungen und Konsequenzen des eigenen Handelns kritisch befragen.
Das Journal versteht antisemitismuskritische Bildung als eigenständiges wissenschaftliches Erkenntnisfeld, in dem Forschung, didaktische Entwicklung und institutionelle Praxis aufeinander bezogen werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Bildungsprozesse konzipiert, gestaltet, untersucht und verantwortet werden können und welches Wissen aus ihrer konkreten Durchführung, ihren Konflikten und Veränderungsprozessen hervorgeht.
Dabei richtet sich das Interesse ausdrücklich auch auf die Widersprüche und Ambivalenzen antisemitismuskritischer Bildung: etwa dort, wo pädagogische Offenheit und institutionelle Verantwortung, wissenschaftliche Erkenntnis und professionelle Handlungserfordernisse oder Bildungsansprüche und die Grenzen ihrer Einlösbarkeit in Spannung zueinander geraten. Solche Spannungen werden nicht ausschließlich als Hindernisse verstanden, sondern auch als Ausgangspunkte wissenschaftlicher Erkenntnis.
Das CCEA Journal verbindet Perspektiven der Bildungswissenschaften, Religionswissenschaft, Sozialwissenschaften, Geschichtswissenschaft, Kulturwissenschaft, Sozialpsychologie und Psychoanalyse sowie angrenzender Disziplinen. Diese interdisziplinäre Ausrichtung trägt dem Umstand Rechnung, dass antisemitismuskritische Bildungsprozesse weder allein aus pädagogischen Handlungskonzepten noch aus gesellschaftstheoretischen Analysen erschlossen werden können. Erst die Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen theoretischen und methodischen Zugängen eröffnet die Möglichkeit, ihre historischen Voraussetzungen, sozialen Dynamiken, institutionellen Bedingungen und didaktischen Konsequenzen in ihrer Verschränkung zu untersuchen. Die Antisemitismusforschung bildet hierfür eine wesentliche Grundlage, ohne dass sich das Erkenntnisinteresse des Journals auf deren Befunde beschränkt.
Ein besonderes Anliegen ist die wissenschaftliche Erschließung von Wissen, das im Verlauf konkreter Bildungs- und Entwicklungsprozesse entsteht. Didaktische Entscheidungen, institutionelle Aushandlungen, Erfahrungen mit Lehr- und Lernbarrieren, Konflikte, Evaluationen und die Überarbeitung bestehender Konzepte werden dabei nicht lediglich als praktische Begleiterscheinungen betrachtet. Ihre systematische Rekonstruktion und methodische Reflexion können eigenständige wissenschaftliche Erkenntnisse hervorbringen. Prozesswissen wird damit zu einem Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung, der die Voraussetzungen, Entscheidungswege und Grenzen antisemitismuskritischer Bildung nachvollziehbar und diskutierbar macht.
Dieser Perspektive entspricht die Offenheit für unterschiedliche Publikationsformate. Neben theoretischen und empirischen Forschungsartikeln bietet das Journal Raum für methodisch reflektierte Werkstatt- und Laborberichte, wissenschaftliche Debatten, Rezensionen und Dokumentationen. Unterschiedliche Formen der Wissensproduktion werden so miteinander in Beziehung gesetzt, ohne ihre jeweiligen methodischen Anforderungen und Qualitätsstandards einzuebnen.
Die institutionelle Verankerung am Center for Critical Education on Antisemitism (CCEA) verbindet sich mit dem Anspruch, einen offenen wissenschaftlichen Diskursraum zu schaffen. Das Journal ist ausdrücklich offen für externe Beiträge, unterschiedliche Forschungsansätze und kontroverse Positionen, die auch die theoretischen, methodischen und didaktischen Grundlagen antisemitismuskritischer Bildung selbst zur Diskussion stellen.
Als Open-Access-Zeitschrift fördert das CCEA Journal die freie Zugänglichkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse und den Austausch zwischen Forschung, Bildungspraxis und gesellschaftlichen Institutionen. Es richtet sich an Forschende, Lehrende, Studierende und Fachkräfte der schulischen, außerschulischen und universitären Bildung sowie an diejenigen, die sich mit der institutionellen Verankerung und Weiterentwicklung antisemitismuskritischer Bildung befassen.
Das CCEA Journal möchte dazu beitragen, antisemitismuskritische Bildung als eigenständiges wissenschaftliches Feld zu profilieren, ihre Erkenntnis- und Handlungsmöglichkeiten kritisch weiterzuentwickeln und die Diskussion über ihre gesellschaftliche Verantwortung zu vertiefen.
Thematische Schwerpunkte
Das CCEA Journal veröffentlicht insbesondere Beiträge zu folgenden Themenfeldern:
-
Theoretische, epistemologische und methodologische Grundlagen antisemitismuskritischer Bildung
-
Strukturelle Didaktik, Bildungsdesign und Lehr-/Lernprozesse
-
Antisemitismuskritische Professionalisierung in Schule, Hochschule und außerschulischer Bildung
-
Jüdische Geschichte und Gegenwart als Gegenstände und Perspektiven von Bildungsprozessen
-
Erinnerungskulturen, Holocaust Education und historisch-politische Bildung
-
Affektive, psychodynamische und soziale Dimensionen von Bildung, Abwehr und Lernprozessen
-
Antisemitismuskritische Bildung in digitalen und medialen Öffentlichkeiten
-
Institutionelle Verantwortung, Schutzkonzepte, Governance und professionelle Handlungsspielräume
-
Evaluation, Qualitätsentwicklung und Wirkungsforschung
-
Verhältnisbestimmungen antisemitismuskritischer, rassismuskritischer und diskriminierungskritischer Bildungsansätze
Die genannten Schwerpunkte bilden einen offenen Orientierungsrahmen. Beiträge, die neue Fragestellungen erschließen, disziplinäre Perspektiven verbinden oder etablierte Annahmen kritisch überprüfen, sind ausdrücklich willkommen.
Publikationsformate und Qualitätssicherung
Das CCEA Journal verbindet unterschiedliche wissenschaftliche Publikationsformate, die jeweils eigenen Erkenntnisinteressen und methodischen Anforderungen folgen.
Forschungsartikel
Theoretisch und methodisch fundierte wissenschaftliche Beiträge, die neue Erkenntnisse zur antisemitismuskritischen Bildung vorlegen, bestehende Forschungsansätze weiterentwickeln oder empirische Untersuchungen präsentieren. Forschungsartikel durchlaufen ein externes Peer-Review-Verfahren.
Werkstatt und Labor
Beiträge, die konkrete Bildungsdesigns, didaktische Entscheidungssituationen, Materialien, Lehr-/Lernprozesse und institutionelle Erfahrungen systematisch rekonstruieren und reflektieren. Im Mittelpunkt steht die wissenschaftliche Erschließung von Prozess- und Erfahrungswissen, einschließlich der Untersuchung von Schwierigkeiten, unerwarteten Entwicklungen und Grenzen praktischer Interventionen.
Forum und Debatte
Wissenschaftliche Diskussionsbeiträge, Repliken und Kontroversen zu theoretischen, methodologischen, didaktischen und institutionellen Fragen antisemitismuskritischer Bildung.
Rezensionen und Ressourcen
Besprechungen wissenschaftlicher Publikationen sowie kritische Auseinandersetzungen mit relevanten Materialien, Konzepten und Ressourcen für Forschung, Lehre und Bildungspraxis.
Dokumentation
Wissenschaftlich relevante Projekt-, Forschungs- und Entwicklungsdokumentationen, die institutionelle Lernprozesse, Kooperationen und Veränderungen nachvollziehbar machen.
Die Begutachtungsverfahren orientieren sich an den jeweiligen Publikationsformaten. Forschungsartikel werden extern begutachtet; die weiteren Formate unterliegen einer redaktionellen Qualitätsprüfung. Art und Umfang der Begutachtung werden transparent ausgewiesen.
Open Access und Herausgeberschaft
Das CCEA Journal ist als wissenschaftliche Open-Access-Online-Zeitschrift konzipiert. Ziel ist die freie Zugänglichkeit und langfristige wissenschaftliche Nutzbarkeit seiner Beiträge.
Die Zeitschrift wird am Center for Critical Education on Antisemitism (CCEA) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg herausgegeben.
Herausgeberschaft
Prof. Dr. Frederek Musall
Prof. Dr. Ilona Nord
Institutionelle Anbindung
Center for Critical Education on Antisemitism (CCEA)
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Kontakt
antisemitismuskritische.bildung@uni-wuerzburg.de
ISSN: Beantragung vorgesehen
